Eindringprüfung

Eindringprüfung

Die Eindringprüfung (PT - penetrant testing) ist ein einfach anzuwendendes Verfahren der zerstörungsfreien Materialprüfung. Eingesetzt werden Eindringmittel, die eine niedrige Oberflächenspannung und hohe Kapillarwirkung aufweisen. Dadurch können sie leicht in Öffnungen der Prüfteiloberfläche wie Oberflächenporen oder feine Risse mit Spaltbreiten im µm-Bereich (≥25 µm) eindringen.

Typische Anzeigen, die mit der Eindringprüfung nachgewiesen werden können, sind:

  • Kaltrisse
  • Warmrisse
  • Schleifrisse
  • Poren und Porennester
  • Schwammiges Gefüge
  • Spannungsrisskorrosionen

Je nachdem, welches Eindringmittel (Penetrant) eingesetzt wird, unterscheidet man drei Verfahren:

  • Farbeindringprüfung (Penetrant Typ II)
  • Fluoreszierende Eindringprüfung (Penetrant Typ I)
  • Fluoreszierende Farbeindringprüfung (Penetrant Typ III)

Die Grundlagennorm für die Eindringprüfung DIN EN ISO 3452 Teil 1 beschreibt ausführlich die Durchführung der Eindringprüfung mit den verschiedenen Prüfmittelsystemen.

Im Folgenden werden die wesentlichen Arbeitsschritte bei der Durchführung der Farbeindringprüfung nach dem Rot-Weiß-Verfahren mit  Naßentwickler auf Lösemittelbasis (Form e) kurz dargestellt.

Vorreinigung

Mechanische Vorreinigung


Durch die Vorreinigung wird sichergestellt, dass die Oberfläche des Prüfteils frei von Verunreinigungen wie Rost, Fett oder Zunder ist und eventuell vorhandene Anzeigen für das Eindringen des Penetrants zugänglich sind. Vorgereinigt werden kann: 

 
  • mechanisch
    z.B. Bürsten, Schleifen, Strahlen
  • chemisch
    durch Reinigungsmittel, wobei diese nach der Reinigung von der Oberfläche entfernt werden müssen

Aufbringen des Eindringmittels

Aufbringen des Penetrants

 

Das Eindringmittel wird auf die zu prüfende Oberfläche gesprüht, mit dem Pinsel aufgetragen oder das Prüfstück wird mit dem Penetrant übergossen oder eingetaucht. Dabei kann die Eindringdauer in Abhängigkeit von den Prüfbedingungen und dem Werkstoff 5-60 Minuten betragen.

Zwischenreinigung

Abwischen mit einem Schwamm

 

Nach der durch Normen oder Spezifikationen vorgegebenen Eindringzeit (üblicherweise 5 - 60 Minuten) wird bei der Zwischenreinigung das überschüssige Penetrant vorsichtig z.B. mit einem faserfreien Tuch oder Schwamm von der Püfoberfläche entfernt. Die Prüfoberfläche wird sorgfältig auf Rückstände untersucht.

Trocknen

Trocknen der Prüfoberfläche

 

Bevor dann der Entwickler aufgetragen werden kann, muss die Prüfoberfläche getrocknet werden durch

  • Abwischen mit einem faserfreien Tuch
  • Verdunsten
  • Zwangsbelüftung (z.B. Fön, Druckluft)
 

Auftragen des Entwicklers

Aufsprühen des Entwicklers

 

Der Entwickler wird gleichmäßig auf die Prüffläche aufgetragen.

Inspektion

Inspektion der Prüfoberfläche

 

Umgehend nach Auftrag des Entwicklers wird die Prüfoberfläche in den vorgegebenen Inspektionsintervallen untersucht. Das Prüfergebnis wird durch das Prüfpersonal im Prüfprotokoll dokumentiert. Je nach Prüfanweisung oder Spezifikation werden Fotos oder Videoaufnahmen erstellt.

Klassifizierung der Eindringsysteme nach DIN EN ISO 3452 Teil 2

Die Prüfsysteme für die Eindringprüfung sind klassifiziert durch 

  • Typ  des Penetrants
  • Verfahren  der Reinigung
  • Form  der Entwicklung

(siehe DIN EN ISO 3452-2 Tabelle 1)

Fluoreszierende Eindringsysteme werden außerdem nach  Empfindlichkeitsklassen  beginnend bei  ½ (unempfindlich) bis 4 (extrem hochempfindlich) klassifiziert.

Bei  Farbeindringsystemen  und  fluoreszierenden Farbeindringsystemen  gibt es zwei Empfindlichkeitsklassen:

Empfindlichkeitsklasse 1       normal 
Empfindlichkeitsklasse 2   hochempfindlich

 

 



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